Strom, Internet und digitale Systeme sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ihr Ausfall kann schwerwiegende Folgen für Verkehr, Kommunikation, kritische Infrastrukturen und den Katastrophenschutz haben.
Das Projekt SPARROW erforscht, wie Städte und Gesellschaften besser auf solche Krisen vorbereitet werden können. Dazu entstehen Werkzeuge und Konzepte, mit denen sich Schwachstellen erkennen, Krisenszenarien simulieren und die Kommunikation im Ernstfall verbessern lassen.
Krisenszenarien mit digitalen Zwillingen simulieren
Im Mittelpunkt von SPARROW steht der digitale Zwilling einer Stadt. Dafür werden große Datenmengen, Erkenntnisse aus vergangenen Ereignissen und das Wissen von Fachleuten zu einem dynamischen, dreidimensionalen Modell verknüpft. So lassen sich verschiedene Krisenszenarien simulieren, besonders gefährdete Bereiche identifizieren und geeignete Maßnahmen frühzeitig vorbereiten.
Ergänzend entwickelt SPARROW technische Lösungen für die Krisenkommunikation, darunter eine Notfall-App, ein mobiles 5G-Netz für die priorisierte Kommunikation von Einsatzkräften sowie Werkzeuge zur Verwaltung kritischer Infrastrukturen und zur Entscheidungsunterstützung.
Gemeinsam entwickeln und erproben
Die Lösungen entstehen gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Behörden, Einsatzkräften, Krisenverantwortlichen, Wissenschaft, Unternehmen und Betreibern kritischer Infrastrukturen. Auch Jugendliche ab 16 Jahren werden im Rahmen eines Hackathons eingebunden, um eine benutzerfreundliche, wirksame und ethisch vertretbare Umsetzung sicherzustellen.
Anschließend werden die Systeme in Labortests, Planspielen und praktischen Übungen erprobt. Ein Pilotprojekt in Pilsen simuliert einen Verkehrszusammenbruch infolge des Ausfalls von Ampeln und weiterer relevanter Infrastruktur. Dabei kommt auch das Mobilitätslabor PilsLab im Technologiepark TechTower zum Einsatz.
SPARROW soll die Krisenkommunikation verbessern, die Zusammenarbeit verschiedener Akteure stärken und bestehende Lücken in der Vorbereitung auf digitale Ausfälle schließen. Zudem wird untersucht, wie die entwickelten Lösungen künftig in Katastrophenschutzpläne integriert und europaweit genutzt werden können.
Projekteckdaten:
Projektdauer: Jänner 2024 bis Dezember 2026
Projektleitung: UNIVERSITY OF CYPRUS (UCY - KIOS CoE)
Förderungen: HORIZON 2023 (EU)
Projektnummer: 101168499
