Katastrophen verlangen schnelle und fundierte Entscheidungen. Bei Erdbeben, Überschwemmungen, Großunfällen, Bränden oder anderen Krisensituationen müssen Einsatzkräfte Gefahren erkennen, Ressourcen koordinieren und Rettungsmaßnahmen einleiten – oft unter enormem Zeitdruck und mit begrenztem Zugang zu Expert:innen vor Ort.
Mit GigaResponse erforschen wir die Grundlagen einer 5G- und XR-gestützten Einsatzleitung. Ziel des FFG geförderten Projekts ist ein Proof-of-Concept, der es ermöglicht, Krisengebiete aus der Distanz in realitätsnahen 3D-Modellen nahezu in Echtzeit zu analysieren, Einsatzstrategien zu planen und effizient mit den Einsatzkräften vor Ort zu kommunizieren.
Das Einsatzgebiet als digitales 3D-Lagebild
Drohnen, Erkundungstrupps und mobile Mapping-Systeme wie tragbare 3D-Scanner erfassen laufend Daten aus dem Krisengebiet. Über 5G können diese Informationen bereits während der Erfassung schnell und zuverlässig an eine entfernte Einsatzleitung übertragen werden. So entsteht ein aktuelles digitales 3D-Lagebild, das Gelände, Gebäude und auch Innenräume detailliert abbilden kann.
XR-Technologien, KI-gestützte Analysen und digitale Zwillinge machen diese Informationen für Einsatzleiter unmittelbar nutzbar. Die KI unterstützt dabei, relevante Objekte, Strukturen und mögliche Gefahrenquellen automatisch zu erkennen und das 3D-Lagebild mit einsatzrelevanten Informationen anzureichern. Gefahrenbereiche, Sicherheitsperimeter und Einsatzmöglichkeiten können dadurch frühzeitig beurteilt und Ressourcen gezielt geplant werden.
Bessere Entscheidungen, mehr Sicherheit
Katastropheneinsätze sind dynamisch und stressbelastet. Die Kombination aus 5G-Echtzeitkommunikation, 3D-Kartierung, XR, künstlicher Intelligenz und Biosignal-Feedback soll Einsatzleiter dabei unterstützen, auch unter hoher Belastung schnellere und fundiertere Entscheidungen zu treffen.
Über eine immersive XR-Umgebung können sie ortsunabhängig auf das aktuelle Einsatzszenario zugreifen, unterschiedliche Handlungsoptionen bewerten und Einsatzstrategien planen. Handlungsrelevante Informationen lassen sich direkt im 3D-Lagebild verorten und mit den Einsatzkräften vor Ort teilen.
Für Einsatzorganisationen bedeutet dies unter anderem:
- Schnellere Einsatzkoordination auch in schwer zugänglichen Gebieten
- Frühzeitige Gefahreneinschätzung durch aktuelle und detaillierte 3D-Lagebilder
- Einbindung von Expert:innen aus der Distanz
- Optimierter Einsatz von Personal und Ressourcen
- Mehr Sicherheit für Einsatzkräfte und betroffene Personen
- Verbesserte Kommunikation zwischen Einsatzleitung und Teams vor Ort
Darüber hinaus eröffnen digitale Zwillinge neue Möglichkeiten für realitätsnahe Trainings- und Simulationsszenarien und eine bessere Vorbereitung auf Großereignisse.
Von der Forschung zur Anwendung
GigaResponse schafft die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen für zukünftige 5G-gestützte und XR-basierte Systeme zur Einsatzleitung und Katastrophenhilfe. Im Mittelpunkt stehen dabei die schnelle Erfassung und Übertragung von 3D-Daten, deren KI-gestützte Analyse sowie die intuitive Darstellung und Nutzung dieser Informationen für die Einsatzplanung.
Die entwickelten Konzepte sollen perspektivisch bei nationalen und internationalen Katastropheneinsätzen, humanitären Missionen und komplexen Krisensituationen einsetzbar sein.
Unsere Vision: Mit 5G, XR, KI und digitalen Zwillingen entsteht ein digitales Lagebild, das Einsatzleiter jederzeit eine aktuelle, umfassende und intuitive Sicht auf die Situation ermöglicht – und damit bessere Entscheidungen unterstützt, wenn jede Sekunde zählt.
GigaResponse wird von einem interdisziplinären Konsortium aus YOUR eConsultants GmbH (Konsortialführung), Johanniter Research und Innovation Centre, FH Kärnten – gemeinnützige Gesellschaft mbH, Freiwillige Feuerwehr Langenlebarn, Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH und M2DMasterMind Development GmbH umgesetzt.
Projekteckdaten:
Projektdauer: 24 Monate, seit April 2026
Projektleitung: YEC- YOUR eConsultants GmbH
Förderungen: Breitband Austria 2030: Initiative „GigaApp“ - Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)
Projektnummer: FO999929426
