Beschäftigte im Gesundheitswesen erleben regelmäßig belastende Situationen wie Reanimationen, plötzliche Zustandsverschlechterungen, Todesfälle, Gewalterfahrungen oder Fehlbehandlungen. Solche Ereignisse können nicht nur Patient:innen und Angehörige, sondern auch die beteiligten Fachkräfte erheblich belasten.
Diese Betroffenen werden als „Second Victims“ bezeichnet. Die psychischen Folgen können ihre Gesundheit, ihre Arbeitsfähigkeit und damit auch die Patient:innensicherheit beeinträchtigen.
Eine wirksame Form der Unterstützung sind Peer-Support-Programme: Speziell geschulte Kolleg:innen stehen nach belastenden Ereignissen als erste Ansprechpersonen zur Verfügung, unkompliziert, vertraulich und möglichst direkt am Arbeitsplatz. Einheitliche Qualitätsstandards für die Umsetzung solcher Programme fehlen bislang.
Qualitätsstandards für Peer-Support
Das Projekt Quasi Buddy Up entwickelt gemeinsam mit den beteiligten Berufsgruppen einen Leitfaden für qualitätsgesicherte Peer-Support-Programme in Gesundheitseinrichtungen und Einsatzorganisationen. Dieser beschreibt die notwendigen Rahmenbedingungen und unterstützt Einrichtungen bei der Einführung und Weiterentwicklung entsprechender Angebote.
Darüber hinaus kann der Leitfaden als Grundlage für eine gesetzliche Verankerung einheitlicher Qualitätsstandards dienen. Berücksichtigt werden dabei Krankenhäuser, Einsatzorganisationen und der niedergelassene Bereich.
Daten nutzen, Versorgung verbessern
Ergänzend entsteht der Prototyp des ersten österreichweiten Peer-Support-Meldesystems. Es erfasst Peer-Support-Einsätze sowie deren Anlass, Belastungssymptome und Wirksamkeit.
Die gewonnenen Daten sollen Gesundheitseinrichtungen und der Forschung helfen, Versorgungslücken zu erkennen und Unterstützungsangebote gezielt weiterzuentwickeln. Das Meldesystem wird gemeinsam mit Gesundheitspersonal aus unterschiedlichen Bereichen entwickelt und auf eine einfache, ortsunabhängige Nutzung, auch in belastenden Situationen, ausgelegt.
Quasi Buddy Up stärkt damit Vertrauen, gegenseitige Unterstützung und psychologische Sicherheit im Gesundheitswesen. Gleichzeitig schafft das Projekt eine fundierte Datengrundlage zu Belastungen und zur Wirksamkeit von Peer-Support und leistet so einen Beitrag zu einem sichereren Gesundheitswesen, für Mitarbeiter:innen und Patient:innen.
Projekteckdaten:
Projektdauer: Jänner 2026 bis Dezember 2027
Projektleitung: Gesundheit Österreich GmbH
Förderungen: KIRAS, FFG
Projektnummer: FO999926242
