Wenn es zu Katastrophen, Großschadenslagen oder großen Veranstaltungen kommt, ist eine stabile und schnelle Kommunikation entscheidend. Gleichzeitig nutzen Einsatzorganisationen immer häufiger digitale Anwendungen wie Drohnenbilder, mobile Datenerfassung oder KI-gestützte Lageanalysen. Diese erzeugen große Datenmengen und stellen hohe Anforderungen an die Mobilfunknetze. Das Forschungsprojekt AI4Emergency untersucht, wie gut moderne 5G-Netze diese Anforderungen erfüllen und wie sie für den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) gezielt optimiert werden können.
AI4Emergency hat das Ziel, die Kommunikationsqualität für Einsatzorganisationen zu verbessern und die zuverlässige Nutzung von KI im Einsatz zu ermöglichen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Anforderungen moderne, datenintensive Anwendungen tatsächlich an das Mobilfunknetz stellen und wie 5G so konfiguriert werden kann, dass wichtige Informationen auch unter hoher Auslastung sicher und ohne Verzögerung übertragen werden können.
Inhaltliche Schwerpunkte
Im Projekt werden typische Einsatzszenarien – etwa Schadenslagen nach Unwettern oder Großveranstaltungen – analysiert und modelliert. Beispiele sind die Übertragung von Drohnenaufnahmen, KI-gestützte Lagebewertung, sprachbasierte Assistenzsysteme oder die mobile Erweiterung von Kommunikationsinfrastruktur. Auf Basis dieser Szenarien werden Datenflüsse und Netzbelastungen simuliert. So lässt sich erkennen, wann Engpässe entstehen und wie Netzressourcen optimal verteilt werden können. Moderne 5G-Funktionen ermöglichen es beispielsweise, sicherheitskritische Kommunikation zu priorisieren oder eigene Kapazitäten für Einsatzkräfte bereitzustellen. Perspektivisch kann KI selbst dazu beitragen, Netzlasten vorherzusagen und die Infrastruktur dynamisch zu steuern. Die entwickelten Ansätze werden in einer 5G-Laborumgebung unter realitätsnahen Bedingungen getestet und validiert.
Nutzen für die Praxis
AI4Emergency liefert Einsatzorganisationen eine fundierte Grundlage für den sicheren und sinnvollen Einsatz digitaler Technologien. Das Projekt erforscht, unter welchen Bedingungen KI-Anwendungen einsatztauglich sind und wie Kommunikationsausfälle oder Überlastungen vermieden werden können.
Für die Johanniter bedeutet das insbesondere:
- Stärkung der eigenen digitalen und organisatorischen Resilienz
- Weiterentwicklung interner Leitlinien zum Einsatz von KI
- Praxiserprobung neuer Technologien in Übungen und Tests
Eine zuverlässige, leistungsfähige Kommunikation kann Einsatzabläufe beschleunigen, Ressourcen effizienter einsetzen und im Ernstfall wertvolle Zeit gewinnen.
Innovation
AI4Emergency verbindet die systematische Analyse von KI-Anwendungen im Einsatz mit der Modellierung ihrer Kommunikationsanforderungen und einer KI-gestützten Optimierung der 5G-Infrastruktur. Die Lösungen werden in praxisnahen Szenarien getestet und hinsichtlich Zuverlässigkeit, Transparenz und verantwortungsvollem Einsatz von KI bewertet.
Mit AI4Emergency leisten die Johanniter einen wichtigen Beitrag für eine leistungsfähige Einsatzkommunikation und mehr Sicherheit für die Bevölkerung im Krisenfall.
Projekteckdaten:
Projektdauer: 24 Monate, seit Jänner 2026
Projektleitung: BOC
Förderungen: Initiative „GigaApp“ - Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und dem BMWKMS
Projektnummer: FO999929428
Ihre Ansprechpersonen
Mag. Georg Aumayr
Leitung Forschung
