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Hilfe für Papua Neuguinea - ein Rückblick

Österreich/Papua Neuguinea, 20. Mai 2021

Anfang April reiste ein siebenköpfiges medizinisches Team der Johanniter-Auslandshilfe Deutschland für vier Wochen nach Papua Neuguinea, um dort bei der Versorgung von COVID-Erkrankten zu helfen. Dr. Wolfgang Pramendorfer aus Österreich war Teil dieses Teams und hat uns nach seiner Heimreise von seinen Erfahrungen berichtet.

Der österrichische Notarzt Dr. Pramendorfer (re) im Notspital, das die Schwesterorganisation St John Ambulance in einer Turnhalle in Port Moresby einrichtete.

Was waren Ihre Aufgaben im Rahmen dieses Einsatzes?

 

Unsere Schwesternorganisation St. John Ambulance hatte in der Hauptstadt Port Moresby ein Feldspital errichtet. Es befand sich in zwei riesigen Turnhallen und umfasste insgesamt 260 Betten. Unsere Aufgabe war es,  die Erkrankten nach den Standards der WHO einzuteilen, in milde, schwerere und kritische Fälle. Man kann sich das so vorstellen, am Rand lagen die Fälle, die Sauerstoff gebraucht haben, dort waren ca. 50 bis 60 Sauerstoffflaschen installiert und zur Mitte hin dann die normalen Fälle. Die Einstufung der Patienten und Patientinnen und deren Behandlung waren mit dem Team vor Ort abzustimmen. Dieses Team setzte sich zusammen aus Krankenschwestern und medizinischen Hilfskräften, die aus den umliegenden Spitälern zusammengezogen wurden, in das Feldspital in der Hauptstadt.

 

Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit dem Team vor Ort beschreiben?

 

Sehr gut, wirklich sehr gut. Es herrschen dort andere Voraussetzungen, die Medizin ist technisch nicht so hoch entwickelt und da konnten wir ihnen einiges zeigen. Wir haben ihnen zu verstehen gegeben, dass wir nicht gekommen sind, um sie zu belehren, sondern um ihnen zu helfen. Das ist sehr gut angekommen. Am wichtigsten für uns alle war, dass wir die Patienten und Patientinnen richtig behandelt haben. Dabei war es entscheidend, immer zu beobachten, wie entwickelt sich der Zustand der Erkrankten. Wenn also jemand in der grünen Zone liegt, man aber merkt, dass er oder sie schlecht Luft bekommt, war es wichtig zu beobachten und zu entscheiden, wann ist eine andere Behandlung notwendig. Auch medizinische Evakuierungen aus kleineren Dörfern zählten zu unseren Aufgaben. In solchen Dörfern gibt es auch keine richtigen Flughäfen, dafür waren wir mit einer kleinen Maschine für den Ambulanzflug gut ausgerüstet. In so einem Ambulanzjet haben wir alles zur Verfügung, auch Geräte für die Beatmung und so weiter. Da war es auch meine Aufgabe dabei zu sein und auch kleinere, lokale Transporte ins General Hospital zu organisieren. Das General Hospital war zu Beginn auch heillos überfüllt, das waren schon ganz andere Zustände dort. Aber trotzdem bringen sie ihre Patienten und Patientinnen über die Runden, das hat mich schon sehr beeindruckt.

 

Auch aus abgelegenen Dörfern mussten Patienten und Patientinnen abgeholt und ins Spital gebracht werden.

Gab es Schwierigkeiten, die sich aufgrund der Situation vor Ort ergeben haben?

 

Nein, das habe ich nicht so empfunden. Als im März von der Regierung in Papua Neuguinea an die WHO und dann weiter an uns der Aufruf kam, das medizinische Personal vor Ort zu unterstützen, da hat es so ausgesehen, als würden die COVID-Fallzahlen explodieren. Als würden sie sich exponentiell vervielfachen, das war aber dann nicht der Fall, sondern es herrschte während unseres Einsatzes eine relativ stabile Lage.

 

Wie unterscheidet sich die Corona-Situation in Papua Neuguinea zu jener in Österreich?

 

Es gibt nur ganz wenige Tests, nur im General Hospital, und am Land zum Beispiel gar nicht. Bis zu unserer Ankunft gab es auch noch keine Impfstoffe. Danach ist zwar eine Sendung gekommen, aber das heißt, dass bis dahin alle ungeimpft gearbeitet haben. Das ist sehr wichtig zu wissen, die gesamte Bevölkerung war nicht geimpft und auch das medizinische Personal hat ohne Impfung gearbeitet. Natürlich nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, alle trugen Schutzkleidung mit langen Ärmeln, Handschuhe, Maske und ein Gesichtsschild. Das machte die Arbeit bei den hohen Temperaturen sehr anstrengend. Aber wir haben uns gedacht, wenn das Team vor Ort diese Situation meistert, dann müssen wir das auch schaffen.


An welche positiven Ereignisse können Sie sich erinnern?

 

Die Zusammenarbeit hat sich im Laufe der Zeit so gut entwickelt, dass jeder für den anderen Respekt und Wertschätzung gehabt hat. Niemand dort hatte das Gefühl, dass wir gekommen sind, um sie zu belehren, ganz im Gegenteil, wir konnten voneinander lernen. Es wurden von uns auch Schulungen in den ländlichen Regionen durchgeführt, das wurde sehr gut aufgenommen, auch von der WHO.


Inwiefern hat sich dieser Einsatz von Ihren bisherigen Einsätzen unterschieden?

 

Der größte Unterschied war, dass wir schon in eine bestehende Struktur gekommen sind, in der wir mitgearbeitet haben. Bei anderen Einsätzen war meistens noch nichts vorhanden. Vielleicht die Erkundungen der ländlichen Gebiete waren ähnlich zu vorherigen Einsätzen. Da war es oft eine Überraschung, wenn wir wo hingekommen sind. Oft gab es dort nur ganz kleine Gesundheitsstationen, mit nicht einmal fließendem Wasser. Aber trotzdem haben sie auch so ihre medizinischen Aufgaben gemeistert. In der Nähe der Hauptstadt hat St. John Ambulance die gesundheitliche Versorgung ganz gut abgedeckt. Einerseits durch das Feldspital und auch durch gut ausgebildete Sanitäter und Sanitäterinnen. Aber am Land ist das furchtbar, da gibt es fast keine Ärzte oder Ärztinnen, vielleicht gibt es dort im Umkreis von 100 bis 200 Kilometern einen Arzt. Das ist dort eine ganz andere Situation.


Gibt es etwas, das Sie persönlich von diesem Einsatz mitgenommen haben?

 

Ja, wie immer bei solchen Einsätzen, habe ich wieder gesehen, wie glücklich die Einheimischen sind, wenn man ihnen hilft und mit ihnen gemeinsam arbeitet. Besonders, wenn wie in diesem Fall, die Zusammenarbeit so respektvoll funktioniert.  

Das Notspital war mit rund 300 Betten für Patienten und Patientinnen mit unterschiedlich schweren Verläufen. Die Arbeit in der Schutzkleidung war angesichts der hohen Temperaturen besonders anstrengend.

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