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Ich habe meinen Zivildienst auf der Betreuungsstation eines Seniorenwohnhausesabsolviert und dadurch rasch herausgefunden, dass meine Hauptinteressen im Bereich der Medizin und Pflege liegen. Da meine Großeltern bereits früh verstorben waren - ich war 6 bzw. 9 Jahre alt - suchte ich stets den Kontakt zu älteren Menschen. Ich hatte einfach das Gefühl, enorm von deren Erfahrungen und deren Wissen zu profitieren. Durch Gespräche mit Freunden und Bekannten wurde ich auf die Idee gebracht, mich als ehrenamtlicher Mitarbeiter zu bewerben. Für mich war das eine optimale Gelegenheit meine Interessen weiter zu fördern und neben dem Studium der Pflegewissenschaft praktische Erfahrungen zu sammeln.

Für meine berufliche Tätigkeit bzw. für mein Studium der Gesundheits- und Krankenpflege ist meine Tätigkeit bei den Johannitern in jeder Hinsicht eine Ergänzung für die Erfahrungen, die ich innerhalb der Krankenhausmauern mache. Oft habe ich Situationen erlebt, wo mir die Erfahrungen wechselseitig großen Nutzen gebracht haben. Patienten, die verletzt oder akut erkrankt sind, zu behandeln ist immer wieder eine Herausforderung, die geübt sein muss und je öfter man dies tut, desto besser ist es.
Aus privater Sicht ist die Tätigkeit bei den Johannitern nicht bloß ein Hobby oder ein Zeitvertreib, sondern vielmehr eine Bereicherung, die mit Interesse und Spaß verbunden ist. Gute Dienste definieren sich für mich nicht in der Anzahl und Häufigkeit gesehener Blutstropfen, sondern vielmehr über das Team. Der soziale Kontakt steht für mich im Vordergrund. Egal wie lange oder anstrengend ein Dienst war, auf dem Nachhauseweg bin ich stets zufrieden und überlege, wann mein nächster Dienst ist. Durch das starke soziale Netz habe ich in den vergangenen Jahren viele wertvolle Menschen kennen gelernt, sodass heute ein Besuch der Station nicht nur der Weg zum Dienst ist, sondern vielmehr ein Treffen von Freunden und Bekannten.
Mich begeistert an den Johannitern die Vielfältigkeit! Bereits seit sieben Jahren arbeite ich ehrenamtlich und regelmäßig in unterschiedlichen Bereichen und noch nie hatte ich das Gefühl, es wird langweilig. Jeder Tag, jeder Dienst ist einzigartig und fordert mich aufs Neue. Die Fort- und Weiterbildungen sind so umfangreich, dass man Jahr für Jahr Neues dazulernen kann und sich weiterentwickeln kann. Jeder Bereich hat seinen eigenen Reiz und birgt individuelle Herausforderungen, die ein breites Spektrum an Betätigung bieten. Sei es der Krankentransport, der für mich den Einstieg geboten hat oder der Rettungs- und Notarztdienst, oder der Kontakt zu neuen Mitarbeitern, medizinischem Fachpersonal oder Laien in Erste-Hilfe-Kursen, Weiterbildungen oder Verkehrscoachings. Wissen, dass man selbst erarbeitet hat, weiterzugeben, ist für mich eine spannende und wiederum lehrreiche Tätigkeit.

Johannes Rabe (26), Dipl. Gesundheits- und Krankentpfleger, BSc, derzeit im KAV Wien tätig, seit 2004 in den Bereichen Krankentransport, Rettungsdienst, Notarztwagen, Ambulanzdienste, Ärztefunkdienst, Ausbildungszentrum und Katastrophenhilfsdienst tätig