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Es war ein schlimmes und einschneidendes Erlebnis, das den Anstoß gab, mich für eine Rettung in Patergassen einzusetzen. Mit 17 Jahren erlitt ich bei einem Verkehrsunfall schwere Verletzungen, ich hatte damals eine Gehirnerschütterung und eine Milzruptur. Auch meine Freunde – sowohl der Lenker als auch ein weiterer Beifahrer waren stark in Mitleidenschaft gezogen. Wirklich traumatisch war aber die Tatsache, dass wir mehr als ein Stunde auf die Rettung warten mussten, weil die nächste Einsatzstelle in Feldkirchen war.
Damals gab es bereits einige Menschen, die sich für eine eigene Rettungsstation in Patergassen eingesetzt haben. Für mich war klar, dass ich dieses Projekt auf jeden Fall unterstützen werde. Also habe ich die Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht und bin regelmäßig wie alle anderen Ehrenamtlichen Einsätze gefahren. Im Jahr 2000 habe ich die Johanniter-Jugendgruppe ins Leben gerufen und gemeinsam mit Karin Madrutter und Barbara Fugger betreut, mittlerweile hat ein Jugendmitglied (Manuel Weißensteiner) deren Leitung übernommen . Wir wollten den Jugendlichen die Möglichkeit geben, gemeinsam etwas zu unternehmen, aber auch das Interesse für Erste Hilfe oder die Sanitäterausbildung wecken. Und das Konzept ist aufgegangen. Unsere rund 40 Jugendlichen lernen gerne Erste Hilfe und machen auch bei den Landesbewerben mit. Viele absolvieren später die Sanitäterausbildung und bleiben als Ehrenamtliche. Das ist für Patergassen, aber auch für die angrenzenden Gemeinden Gnesau und Bad Kleinkirchheim ein Segen. Denn nur so kann schnelle Hilfe hier gewährleistet werden.
Ich habe durch meine Tätigkeit viel für mich persönlich gelernt. Damit meine ich die fachliche Qualifikation aber auch die persönliche Entwicklung. Sowohl im Rettungseinsatz, als auch in der Leitung der Jugendgruppe oder als Kurslehrer muss man sich selbst immer wieder weiterentwickeln und sehr viel soziale Kompetenz einbringen. Natürlich verlangt das auch sehr viel Rücksichtnahme und Verständnis von der Familie, weil man eben häufig in der Freizeit im Einsatz ist. Aber meine Frau und meine zwei Kinder, die ja mittlerweile erwachsen sind, haben dafür immer Verständnis gehabt.
Ich bin froh, dass wir helfen können. Es ist einfach wichtig, dass die Menschen rasch Hilfe bekommen und nicht stundenlang auf die Rettung warten müssen. In den vielen Jahren bei den Johannitern habe ich viele, viele Freunde gewonnen. Das tolle ist, auch wenn es mal interne Meinungsverschiedenheiten gibt, am Ende halten wir alle zusammen!

Bernhard Huber (48 Jahre) arbeitet als Anlagenwärter bei RHI in Radenthein. Seit rund 30 Jahren ist er als Ehrenamtlicher bei den Johannitern in Patergassen aktiv. In seiner Freizeit ist er als Rettungssanitäter und Lenker oder als Pistendienst auf der Turracher Höhe im Einsatz, 11 Jahr lang hat er die Jugendgruppe geleitet.